Monatstrends August
Die Schnellläufer, Monde und aktuelle Konstellationen:
Ende Juni wechselte Jupiter in den Löwen.
Nun stehen für etwa ein Jahr alle Gesellschaftsplaneten sowie die geistigen Planeten in Feuer- oder Luft-Zeichen. ðJahrestrends. Das bedeutet vor allem, dass wir besonders in Monaten, in denen auch die Schnellläufer durch diese Elemente laufen, selbst für Bodenhaftung und Realitätssinn sowie für Empathie und die Wahrnehmung unserer eigenen Bedürfnisse und Gefühle sorgen müssen.
Zwischen dem 15. und 25. Juli bildete Uranus in Zwillinge, Neptun im Widder und Pluto im Wassermann ein kleines Trigon zwischen 04°20‘ und 4°30‘.
Das heißt, dass wir immer wieder aufgefordert sind, uns bewusst zu machen, wie sich die Energien der geistigen Planeten (siehe unten) in unserem Alltag auswirken und wie wir sie gestalten.
Besonders Menschen mit persönlichen Planeten in diesen Gradbereichen spüren die Herausforderungen auf der individuellen Ebene. Aber auch alle anderen erleben die Zeitenergie, je nachdem in welchen Häusern die Planeten sowohl im Radix als auch im Transit stehen.
Ab Ende Juli stehen alle Vollmonde bis März 2027 auf Gradzahlen, die das kleine Trigon auslösen.
Das heißt, dass wir uns immer wieder aufs Neue bewusst machen können, wie sich die Konstellation in unserem Alltag auswirkt und wie wir sie gestalten.
Am 18. August wechselt die Mondknotenachse von Jungfrau-Fische nach Löwe-Wassermann und gibt für die nächsten 18 Monate der Luft-Feuer-Qualität zusätzlichen Schub.
Bei Löwe und Wassermann ringen Egoansprüche und Gemeinschaftsgeist miteinander. Aber die Energien beinhalten auch große Gestaltungskraft und die Erkenntnis, dass Individualität und Gemeinschaft keine Widersprüche sind, sondern kreative Vielfalt bedeuten können.
Mit dem absteigenden Mondknoten im Löwe-Zeichen wird unser Umgang mit Autoritäten ebenso in Frage gestellt, wie auch, ob wir liebevoll, großzügig, offen und herzlich durchs Leben gehen und Wärme und Begeisterung versprühen oder auf uns fixiert sind, denn dann kippt die Löwe-Energie in Selbstbezogenheit, Rücksichtslosigkeit und Arroganz. Der aufsteigende Mondknoten im Wassermann fordert uns dazu auf, Neues auszuprobieren in Bezug auf ein gleichwertiges Miteinander auf allen Ebenen.
Die totale Sonnenfinsternis vom 12. August um 19h36 MEZ steht auf 20°01‘ Löwe
und fördert in uns den Wunsch nach Lebensfreude, Souveränität und Herzenswärme. Sie zeigt uns, was uns Ja zum Leben sagen lässt, oder auch, was uns bis jetzt daran gehindert hat und wie wir Kreativität und Eigeninitiative in unser Leben bringen können.
Die Frage stellt sich, ob wir andere dabei übervorteilen oder sie an unserer Freude teilhaben lassen.
Die Finsternis beginnt im Norden Sibiriens, zieht knapp am Nordpol vorbei und entlang der Küste Grönlands. Am Nachmittag erreicht sie den Westen Islands. Sie bewegt sich weiter nach Nordspanien und über die Balearen. Der Wirkbereich der Finsternis liegt von 15° in den fixen bis 06° in den veränderlichen Zeichen.
Totale Sonnenfinsternis am 12. August um 19h36 MEZ in München
Die partielle Mondfinsternis am 28. August um 06h18 auf 04°54‘ der Jungfrau-Fische-Achse steht in Kontakt mit Merkur und im T-Quadrat zu Uranus und aktiviert damit das oben beschriebene kleine Trigon der geistigen Planeten. Und sie aktiviert die im Moment unterrepräsentierte Wasser-Erd-Energie.
Die Energie des Fische-Zeichens fördert Offenheit, Phantasie, Medialität, Sensitivität, Mitgefühl, Empathie, Spiritualität, das Gefühl der Verbundenheit und Hilfsbereitschaft. Wir können uns fragen, ob wir diese Qualitäten und Fähigkeiten im Alltag leben und in welchen Bereichen wir sie aktiv nutzen. Aber auch, wo wir aufgrund von (zu) großer Offenheit und Sensibilität davon überrollt werden. Haben wir alltagstaugliche Strategien, um uns zu schützen, wenn wir aufgrund von hoher Sensibilität und Offenheit darunter zu leiden beginnen?
Dabei kann uns die Jungfrau-Qualität unterstützen. Sie hat ein feines Gespür dafür, was unserer Gesundheit und unserem Wohlbefinden guttut bzw. was schadet. In der Praxis würde das bedeuten, regelmäßig kleine Rituale in den Alltag einzubauen, die uns bewusst erden und zu uns kommen lassen.
Partielle Mondfinsternis am 28. August um 06h18 MEZ in München
Die Langsamläufer:
Jupiter wechselte am 30. Juni in das Zeichen Löwe.
So wie der Zeichenherrscher Sonne das natürliche Zentrum unserer Galaxie in einem riesigen Universum ist, um das die Planeten kreisen, so können auch wir, wenn wir unsere Eigenarten gut kennen und leben, ein lebendiges Zentrum sein. Dann brauchen wir keine Bestätigung von außen und können kreativ, liebevoll, großzügig, offen und herzlich durchs Leben gehen und Wärme und Begeisterung versprühen. Wenn wir aber nur auf uns fixiert sind, dann kippt die Löwe-Energie in Selbstbezogenheit Rücksichtslosigkeit und Arroganz.
Auch hier wird Jupiter als Gesellschaftsplanet überprüfen, welche Variante dieser Qualitäten wir leben und wie wir damit unser Umfeld gestalten.
Lilith ist am 20. Januar im Schütze-Zeichen angekommen und wechselt am 14. September in den Steinbock.
In den neun Monaten ihres Durchlaufs sollten wir uns mit den Anteilen der Zeichen-Energie auseinandersetzen, die wir ausgrenzen, tabuisieren oder in einer Zerrform leben, die uns nicht entspricht.
Schütze repräsentiert dabei unsere eigene innere Ethik, unsere Vorstellung von Richtig und Falsch, unseren Wunsch, den eigenen Horizont zu erweitern und unsere Einstellung Fremdem gegenüber.
In den ersten beiden Januar-Wochen steht Lilith in Opposition zu Uranus und kann für überraschende Erkenntnisse sorgen.
Pluto weilt nun schon seit über einem Jahr im Zeichen Wassermann, sodass diese Energie nun bis ins Jahr 2043 im Fokus steht.
Wassermann ist ein mental-geistig ausgerichtetes Luftzeichen und verbindet auf den ersten Blick gegensätzliche Komponenten:
Zum einen ist diese Energie revolutionär, fortschrittlich und legt großen Wert auf die individuelle Freiheit und Gleichwertigkeit. Zum anderen ist sie kollektiv und damit auf eine Gemeinschaft ausgerichtet. Eine der Fragen, mit der wir uns zurzeit beschäftigen könnten, wäre: Wie lassen sich diese gegensätzlich erscheinenden Energien – Individualität und Kollektiv – verbinden? Das Bestreben könnte beispielsweise sein, die eigenen individuellen Kräfte zu kennen und in eine Gemeinschaft einzubringen.
Weitere Informationen finden Sie in dem Artikel: ⇒ „Plutos Wechsel von Steinbock nach Wassermann“ und in den ⇒ Jahresthemen 2024.
Neptuns endgültiger Ingress fand am 26. Januar statt, Saturn folgte ihm am 14. Februar. Am 20. Februar fand die letzte Saturn-Neptun-Konjunktion Anfang Widder dieses neuen Zyklus´ statt.
Neptun bringt uns oft mit unseren Sehnsüchten in Kontakt und in seiner Zeit durch das Fische-Zeichen wurde das sehr deutlich, fand sich doch die Sehnsucht nach Anbindung und Frieden in vielen Strömungen wieder. Allerdings wurden und werden wir auch mit seinen negativen Formen immer wieder konfrontiert.
Mit Saturn gilt es zu überprüfen, wie wir als Individuen und als Gesellschaft mit den Energien des jeweiligen Zeichens umgehen.
Der Übergang von den Fischen zum Widder ist wohl der extremste im Tierkreis.
Wenn wir den Zodiak als Entwicklungskreis betrachten, dann sind im Fische-Zeichen alle Erfahrungen gemacht, d.h. ein Entwicklungszyklus ist vollendet und ein neuer kann beginnen.
Im Zeichen des Widders werden wir mit unserer Kraft konfrontiert.
Das Zeichen Widder ist das erste im Zodiak, voller Anfangs- und Aufbruchsenergie. Der Widder muss mutig sein, sonst würde er sich den unbekannten Herausforderungen nicht stellen. Und das ist er auch, denn es fehlen ihm jegliche Erfahrungen – auch die schlechten – und damit das Bewusstsein für Gefahren. Als Erster im Kreis ist er aus seiner Sicht völlig alleine auf sich gestellt, im Gegensatz zur Fische-Energie, die aufgrund des vollendeten Kreislaufs weiß, dass es keine Trennung gibt. Wenn diese Energie sich auf ein Ziel fokussiert, ist sie vollkommen im Augenblick und blendet alles andere aus – nicht aus Egoismus, sondern aufgrund der Fähigkeit, sich zu fokussieren, um etwas ins Leben zu bringen oder zu verteidigen. Die wahre Krieger:innen-Kraft.
In ihrer destruktiven Form kann die Widder-Energie durchaus zerstörerisch sein, wenn sie unüberlegt immer wieder das gleiche Ziel anpeilt, ohne Rücksicht auf andere oder die Konsequenzen des Handelns. Dann sind unkultivierte Triebkräfte am Wirken und die Wut kennt keine Grenzen.
Zusammengefasst repräsentiert das Fische-Zeichen die kollektive Energie des Vertrauens und der bedingungslosen Liebe, in dem Verständnis, dass alles, was geschieht, nötig ist und alles mit allem verbunden ist. Die Widder-Energie dagegen schlägt sich allein durch, um etwas zu bewirken oder zu initiieren. Dabei sucht sie stets den persönlichen, individuellen Ausdruck.
Am 24. April fand Uranus´ finaler Ingress in die Zwillinge statt. Damit befinden sich alle drei geistigen Planeten in ihren neuen Zeichen.
Das Zeichen Zwillinge ist ein Kontakt- und Kommunikationszeichen. Es bringt Neutralität, Wertfreiheit und Neugierde an Menschen und Ideen sowie gegenüber Meinungen mit sich, wohl wissend, dass Vielfalt das Leben interessant macht. Dies funktioniert auf Dauer nur ohne einen Wettbewerbsgedanken und bringt dann eine gewisse Leichtigkeit ins Leben, ohne nachlässig zu sein.
Schon die beiden Hauptsterne des Sternbildes Zwillinge, Kastor und Pollux, waren in der Mythologie untrennbar verbunden, auch wenn der eine sterblich, der andere unsterblich war. Diese Fähigkeit, Polaritäten zu verbinden, und die Flexibilität, sich immer wieder neu zu definieren, zeichnen das Zeichen aus.
In der Zerrform gelebt ist das Zwillinge-Zeichen jedoch oberflächlich, wechselhaft und kühl kalkulierend auf den eigenen Vorteil bedacht.
Mit Uranus im Stier stellte sich die Frage, welche Traditionen und Werte wir in die neue Zeit mitnehmen wollen, was uns wirklich Sicherheit und Halt gibt und wie wir Genuss und Freude ohne Völlerei und Überfluss ins Leben bringen.
Den Umschwung können wir vielleicht leichter nachvollziehen, wenn wir die beiden Elemente Erde und Luft in der Natur und in der Astrologie betrachten.
Erde gibt uns Halt, Stabilität und Sicherheit. Damit erbauen wir Häuser, Wälle und Dämme, die uns Schutz bieten. Die Erde ist fest und wir sprechen nicht umsonst von „gut geerdet durchs Leben gehen“.
In der Astrologie ist das Vorhandensein von Erd-Energie ein Hinweis auf Realitätssinn, Beständigkeit, Ausdauer und eine gute Verankerung im Hier und Jetzt. Ein Zuviel an Erde macht jedoch unbeweglich, stur oder festhaltend und führt zu Stagnation.
Luft hingegen steht für mentale Ausrichtung, Objektivität, Leichtigkeit, Fähigkeit zur Distanz, Kontaktfähigkeit und Vielseitigkeit. Mit der Luft kommt Leichtigkeit ins Leben, aber sie ist auch flüchtig. Sie lässt sich nicht festhalten, verlängern oder herstellen. Oft sind wir uns ihrer Qualitäten nicht bewusst. Und oft können wir sie auch nicht wertschätzen. Besonders in der Astrologie wird Luft oft als oberflächlich, distanziert und kühl abgetan. Und auch die Leichtigkeit, nach der wir uns gern sehnen, hat häufig einen schalen Beigeschmack. Vielleicht geht es auch hier um die Balance zwischen der kompakten Erde und der beweglichen Luft.
Alle Luft-Zeichen haben die Fähigkeit zu Distanz und sind zugleich Kontakt-Zeichen. Das erscheint zunächst widersprüchlich und die Frage ist, wie wir diese Gegensätze zusammenführen können. Die virtuelle Vernetzung ist ein gutes Beispiel dafür, wie die beiden Pole zusammengebracht werden können. Jede und jeder von uns hat eigene Ressourcen, um diese Themen konstruktiv umzusetzen. Verlieren wir uns in diesen grenzenlosen Welten (Wassermann) oder können wir sie mit Saturns Hilfe so gestalten, dass sie zu unterstützenden, aufbauenden, kreativen Kontakten führen?
Das Potenzial des Zwillinge-Zeichens ist vor allem Neugier und die Fähigkeit zu wertfreier, neutraler Betrachtung.
Die mundanen Konstellationen sind für den Einzelnen unterschiedlich stark spürbar, je nachdem, welche Faktoren im individuellen Horoskop davon berührt werden.
© Jutta Stemmer

