Monatstrends September

 

Die Haupttendenzen des ersten Halbjahres sind in den Monatstrends Juni zusammengefasst. Dort finden Sie auch eine ausführliche Beschreibung der monatsübergreifenden Themen.

Ab Mitte/Ende September wechseln die Gesellschaftsplaneten Jupiter und Saturn in neue Gradbereiche und bringen demzufolge auch neue Herausforderungen, Erfahrungen und Möglichkeiten mit sich.

Mars hingegen ist vom 10. September bis 14. November rückläufig und durchquert dabei das Widderzeichen von 28°08′ nach 15°13′. Seinen Ausgangspunkt erreicht er am 2. Januar 2021.

Mars steht für Energie, Handlung, Tatkraft, Aktivität, Entscheidungen, Durchsetzungsfähigkeit, Aggression, Konflikte, Wut und für unser Immunsystem.

Der Rückläufigkeitszyklus im Zeichen Widder hinterfragt vor allem den Umgang mit Kraft, Herausforderungen und Konflikten sowie mit Aggression, Mut, Selbstbestimmtheit und Rücksichtslosigkeit.

Konkret bedeutet die Phase der Rückläufigkeit oft eine Auseinandersetzung mit länger zurückliegenden Taten und Entscheidungen sowie deren Konsequenzen. Das kann sich sowohl positiv als auch negativ auswirken. Wenn wir erkennen, was uns an einen bestimmten Punkt geführt hat, können wir die Aufgabe annehmen, ohne uns in der Vergangenheit und dem „wenn“, „dann“, „hätte“, „wäre“, usw. zu verlieren. Dann sind wir in der Lage, die richtigen Entscheidungen für den Augenblick zu treffen. Eine weitere Auswirkung besteht darin, dass bisher verdrängte Konflikte und Aggressionen aufbrechen und geklärt werden wollen. Unser Immunsystem ist in dieser Zeit durchaus dankbar für ein wenig Unterstützung und freut sich, wenn wir uns – und andere – nicht überfordern.

Besonders für aktive Menschen, die Wert auf Schnelligkeit und Leistung legen, ist diese Zeit des Innehaltens eine große Herausforderung. Hilfreich kann es sein, den Fokus nicht so sehr auf die Stagnation zu legen, sondern auf die Möglichkeit, zurückzuschauen, zu prüfen und zu korrigieren, um danach wieder mit neuer Kraft vorwärtszuschreiten. 

Wir haben in den letzten Monaten erfahren und tun dies auf einigen Gebieten immer noch, was es bedeutet, ausgebremst zu werden, zu verlangsamen, eingeschränkt zu sein, innezuhalten und sich zu besinnen. Das löst unterschiedliche Gefühle und Reaktionen aus.

Vielleicht ist dies auch darauf zurückzuführen, dass Stillstand, ganz zu schweigen von Rückschritten, in den letzten Jahren oder sogar Jahrzehnten nicht nur ungewohnt war, sondern oft auch einem Versagen gleichkam. Wenn wir anstelle unseres gewohnten linearen Denkens eine zyklische Sichtweise zulassen würden, könnten wir schnell feststellen, dass das Streben nach einem ständigen Weiter oder Mehr wider die Natur ist. Vielleicht können wir ja diese für manche schwere und ängstigende, für andere dagegen erholsame Zeit dafür nutzen, zu schauen, wo wir selbst aus unserer Balance geraten sind. Wir können die Rückläufigkeit im oben beschriebenen Sinne nicht als Mangel betrachten, sondern als Möglichkeit zu reflektieren, weil eben gerade jetzt keine Schritte nach vorne gemacht werden wollen, sondern es Zeit für eine Überprüfung unseres Weges ist. Wenn wir danach klarer sehen, was ansteht, können wir den Fokus gezielt ausrichten. 

Die marsische Kraft dient in den nächsten Monaten immer wieder als Impulskraft und kann dabei für einen sprichwörtlich heißen Sommer sorgen. 

Bis zu seiner Station am 10. September nähert sich Mars der Konjunktion mit Lilith bis auf wenige Bogenminuten, danach zieht er sich langsam zurück, spürbar werden die Themen noch für einige Zeit bleiben. [ Monatstrends August.

Mars im Widder bildete bereits im August Quadrate mit Jupiter, Saturn und Pluto im Steinbock. Nach seiner Umkehr im September wiederholen sich diese Konstellationen und Ende Dezember findet dann das letzte Mars-Pluto-Quadrat statt.

Wir haben also einige Monate Zeit, uns mit diesen Themen auseinanderzusetzen.

Das Konfliktpotenzial dieses Aspektes liegt in der Ungeduld und Konfliktbereitschaft, wenn etwas nicht dem persönlichen Standard entspricht (Widder), versus Besonnenheit, Sicherheitsbewusstsein, dem Abwägen der Konsequenzen und einer generellen Verantwortungsbereitschaft (Steinbock). Dazu kommt, dass Widder ein egobetontes Zeichen ist, während der Steinbock sich an gesellschaftlichen Belangen und Anliegen ausrichtet. Kurz gesagt könnten die persönliche Zielsetzung und der eigene Wille immer wieder auf gemeinschaftliche Vorstellungen und Interessen treffen. Je nachdem, in welchen Hausbereichen die Konstellation im eigenen Horoskop zu stehen kommt oder welche Radixfaktoren davon betroffen sind, können die Auswirkungen auf den Einzelnen unterschiedlich ausfallen.

 

Der Vollmond am 2. September 2020 um 07h22 MEZ auf 10°12′ Jungfrau-Fische steht im Trigon/Sextil zu Uranus.

Das Fischezeichen steht für Träume, Vorstellungen, Phantasie, Medialität, Sensitivität, Mitgefühl, Empathie, Spiritualität, Verbundenheit, Hilfsbereitschaft, den Umgang mit feinstofflichen Energien u.v.m. Wir können uns fragen, ob wir diese Qualitäten und Fähigkeiten im Alltag leben und in welchen Bereichen wir sie aktiv nutzen. Aber auch, wo wir aufgrund großer Offenheit und Sensibilität davon überrollt werden. Und ob wir alltagstaugliche Strategien haben, uns zu schützen, wenn wir aufgrund hoher Sensibilität und Offenheit darunter zu leiden beginnen.

Dabei kann uns die Jungfrau-Qualität unterstützen. Sie hat ein feines Gespür dafür, was unserer Gesundheit und unserem Wohlbefinden guttut bzw. was schadet. In der Praxis würde das bedeuten, regelmäßig kleine Rituale in den Alltag einzubauen, die uns bewusst erden und zu uns kommen lassen.
Wie schon im August ist Uranus in Kontakt mit der Vollmondachse und kann sowohl zu innerer und äußerer Unruhe führen, aber auch inspirierend wirken oder es können sich unerwartete oder überraschende Lösungsansätze auftun.

 

 Vollmond 02. September um 07h22 MEZ in München

 

Der Neumond am 17. September findet um 13h00 auf 25°00′ Jungfrau im Trigon zu Saturn und Pluto sowie im Quinkunx zum rückläufigen Mars statt.  

Wie schon im Neumond-Horoskop vom August befinden sich auch hier Saturn-Pluto, der Neumond und der rückläufige Mars in einem blau-grün-roten Aspekt-Dreieck, das aufgrund seiner unterschiedlichen Aspekte, einem spannungsgeladenen, einem harmonischen und einem Unsicherheits- und Sehnsuchtsaspekt sowohl großes Potenzial und Kreativität als auch Herausforderungen und Unsicherheiten in sich birgt.
Interessanterweise verändert sich die Drehrichtung der Konstellation von retrograd nach direkt, was für Erkenntnisfähigkeit und Lösungsfindung steht, ein schöner Gedanke……..

In der Schweizer Schule von Bruno und Louise Huber wird diese Figur ein Dominanzdreieck genannt. Auch wenn wir es hier nicht mit einem persönlichen Horoskop, sondern einer Mundankonstellation zu tun haben, sind die Themen eines solchen Dominanzdreiecks durchaus auch auf unser Zeitgeschehen anzuwenden: Ich zitiere aus ihrem Buch „Aspektbild-Astrologie“:  Wandlung und Transformation. Hier wird häufig die Erkenntnisfähigkeit auf die Probe gestellt und eine qualitative Änderung des aktiven, leistungsorientierten Selbstausdruck verlangt. Motivwandlung und Transformation sind für lange Perioden im Vordergrund. Eine häufige und einschneidende Erfahrung des Konflikts (Quadrat) liegt im Erleben der eigenen Unzulänglichkeit bezüglich eines bestimmten Problems, von dem man annahm, es zu beherrschen (Trigon). Nun beginnt der Prozess der grossen Suche (Quinkunx), der häufig eine Revision des Selbstentwurfs beinhaltet.

 

Neumond  17. September  13h00 MEZ in München 

 

Die mundanen Konstellationen sind für den Einzelnen unterschiedlich stark spürbar, je nachdem, welche Faktoren im individuellen Horoskop davon berührt werden.

 © Jutta Stemmer