Monatstrends Oktober

 

Die Haupttendenzen des ersten Halbjahres sind in den Monatstrends Juni zusammengefasst. Dort finden Sie auch eine ausführliche Beschreibung der monatsübergreifenden Themen.

Mars ist vom 10. September bis 14. November rückläufig und durchquert dabei das Widderzeichen von 28°08′ nach 15°13′. Seinen Ausgangspunkt erreicht er am 2. Januar 2021. ⇒Jahrestrends

Mars steht für Energie, Handlung, Tatkraft, Aktivität, Entscheidungen, Durchsetzungsfähigkeit, Aggression, Konflikte, Wut und für unser Immunsystem.

Der Rückläufigkeitszyklus im Zeichen Widder hinterfragt vor allem den Umgang mit Kraft, Herausforderungen und Konflikten sowie mit Aggression, Mut, Selbstbestimmtheit und Rücksichtslosigkeit.

Konkret bedeutet die Phase der Rückläufigkeit oft eine Auseinandersetzung mit länger zurückliegenden Taten und Entscheidungen sowie deren Konsequenzen. Das kann sich sowohl positiv als auch negativ auswirken. Wenn wir erkennen, was uns an einen bestimmten Punkt geführt hat, können wir die Aufgabe annehmen, ohne uns in der Vergangenheit und dem „wenn“, „dann“, „hätte“, „wäre“, usw. zu verlieren. Dann sind wir in der Lage, die richtigen Entscheidungen für den Augenblick zu treffen. Eine weitere Auswirkung besteht darin, dass bisher verdrängte Konflikte und Aggressionen aufbrechen und geklärt werden wollen. Unser Immunsystem ist in dieser Zeit durchaus dankbar für ein wenig Unterstützung und freut sich, wenn wir uns – und andere – nicht überfordern.

Besonders für aktive Menschen, die Wert auf Schnelligkeit und Leistung legen, ist diese Zeit des Innehaltens eine große Herausforderung. Hilfreich kann es sein, den Fokus nicht so sehr auf die Stagnation zu legen, sondern auf die Möglichkeit, zurückzuschauen, zu prüfen und zu korrigieren, um danach wieder mit neuer Kraft vorwärtszuschreiten. 

Wir haben in den letzten Monaten erfahren und tun dies auf einigen Gebieten immer noch, was es bedeutet, ausgebremst zu werden, zu verlangsamen, eingeschränkt zu sein, innezuhalten und sich zu besinnen. Das löst unterschiedliche Gefühle und Reaktionen aus.

Vielleicht ist dies auch darauf zurückzuführen, dass Stillstand, ganz zu schweigen von Rückschritten, in den letzten Jahren oder sogar Jahrzehnten nicht nur ungewohnt war, sondern oft auch einem Versagen gleichkam. Wenn wir anstelle unseres gewohnten linearen Denkens eine zyklische Sichtweise zulassen würden, könnten wir schnell feststellen, dass das Streben nach einem ständigen Weiter oder Mehr wider die Natur ist. Vielleicht können wir ja diese für manche schwere und ängstigende, für andere dagegen erholsame Zeit dafür nutzen, zu schauen, wo wir selbst aus unserer Balance geraten sind. Wir können die Rückläufigkeit im oben beschriebenen Sinne nicht als Mangel betrachten, sondern als Möglichkeit zu reflektieren, weil eben gerade jetzt keine Schritte nach vorne gemacht werden wollen, sondern es Zeit für eine Überprüfung unseres Weges ist. Wenn wir danach klarer sehen, was ansteht, können wir den Fokus gezielt ausrichten. 

Mars bildete bereits im August das erste Mal Quadrate mit Jupiter, Saturn und Pluto im Steinbock. Nach seiner Umkehr im September wiederholen sich diese Konstellationen von Ende September bis Mitte Oktober und Ende Dezember findet dann das letzte Mars-Pluto-Quadrat statt.

Wir haben also einige Monate Zeit, uns mit diesen Themen auseinanderzusetzen.

Das Konfliktpotenzial dieses Aspektes liegt in der Ungeduld und Konfliktbereitschaft, wenn etwas nicht dem persönlichen Standard entspricht (Widder), versus Besonnenheit, Sicherheitsbewusstsein, dem Abwägen der Konsequenzen und einer generellen Verantwortungsbereitschaft (Steinbock). Dazu kommt, dass Widder ein egobetontes Zeichen ist, während der Steinbock sich an gesellschaftlichen Belangen und Anliegen ausrichtet. Kurz gesagt könnten die persönliche Zielsetzung und der eigene Wille immer wieder auf gemeinschaftliche Vorstellungen und Interessen treffen. Je nachdem, in welchen Hausbereichen die Konstellation im eigenen Horoskop zu stehen kommt oder welche Radixfaktoren davon betroffen sind, können die Auswirkungen auf den Einzelnen unterschiedlich ausfallen.

 

Im Oktober wird neben Mars auch Merkur retrograd. Er läuft ab dem 14. Oktober rückwärts von 11°40′ Skorpion bis 25°53′ Waage am 3. November und erreicht seinen Ausgangspunkt am 19. November. ⇒Jahrestrends

Merkur steht für Kommunikation, Wissen, Lernen, Kontakte, Handel und Verkehr.

Die klassische Deutung spricht davon, dass es während des rückläufigen Merkurs vermehrt zu Problemen in Kommunikation, Handel und Verkehr kommt und dass keine Verträge abgeschlossen werden sollen.

Wenn wir Merkur aus dem Blickwinkel der psychologischen Astrologie betrachten, können wir uns Gedanken darüber machen, wie wir mit anderen kommunizieren. Eine weitere Frage könnte sein, aus welchen Gründen wir Kontakte pflegen und aufrechterhalten.

Merkur steht u.a. für den Anteil in uns, der für unsere Denkfähigkeit und unser Lernvermögen steht. Denken wir Dinge zu Ende oder bleiben wir an der Oberfläche und wenn ja, warum?

Generell ist dies eine gute Zeit, um Liegengebliebenes und Aufgeschobenes aufzuarbeiten, alte Verhaltensmuster zu überprüfen, Altlasten zu entsorgen sowie Pläne zu überdenken und von einem anderen Standpunkt aus zu betrachten. Dabei können sich völlig neue Sichtweisen auftun.

Oft wird die Rückläufigkeit eines Planeten als hinderlich oder lästig empfunden. Dennoch gibt sie uns Zeit zur genaueren Betrachtung der anstehenden Themen und die Möglichkeit, Vergessenes nachzuholen, zu rekapitulieren und ein eventuelles Ungleichgewicht auszugleichen.

 

Zum Vollmond am 01. Oktober 2020 um 23h05 MEZ auf 09°08′ Waage-Widder steht Chiron in Konjunktion mit dem Mond.

Die Opposition von Sonne und Mond (Vollmond) hat oft damit zu tun, dass uns ein Prinzip bewusst wird. Bei Widder-Waage geht es um das Thema „Ich und die anderen“. Chiron symbolisiert sowohl eine Sensibilität, eine Verletzlichkeit als auch die Angst davor, ausgestoßen zu werden. Durch seine Stellung am Widdermond könnten dies alte Verletzungen sein, die uns aufgrund unseres spontanen Gefühlsausdrucks, unserer Direktheit oder unserer Impulsivität zugefügt wurden. Auch vorstellbar wäre eine Angst davor, abgewiesen zu werden, wenn wir uns für unsere eigenen Belange einsetzen.

 

 Vollmond 01. Oktober um 23h05 MEZ in München

 

Der Neumond am 16. Oktober findet um 21h31 auf 23°53′ Jungfrau statt und bildet ein T-Quadrat mit dem rückläufigen Mars und Jupiter, Saturn und Pluto am Apex.

Wie schon in den Monaten davor bleiben die Planeten, die am Neumond beteiligt sind, die gleichen, nur die Aspektfigur verändert sich.

D.h. die oben beschriebenen Themen zum rückläufigen Mars und zu Jupiter, Saturn, Pluto im Steinbock erhalten durch die Neumonde immer wieder neue Impulse.

Betrachtet man das Horoskopbild, so fällt auf, dass es vor allem aus Spannungsaspekten besteht. Das deutet zusammen mit dem rückläufigen Mars im Widder auf Auseinandersetzungen und Konfliktbereitschaft hin. Wenn wir die Waageenergie des Neumondes bewusst integrieren, kann dies durchaus hilfreich sein. Denn Waage steht für Diplomatie und die Fähigkeit des Ausgleichens. Wenn wir das Gegenüber einbeziehen und versuchen, verschiedene Standpunkte zu verstehen, können wir für Entspannung sorgen.

 

Neumond 16. Oktober 21h31 MEZ in München 

 

 Ebenfalls viele Spannungen weist das Horoskop des zweiten Vollmondes des Monats am 31. Oktober um 15h49 auf 08°38′ Skorpion-Stier auf.

Stier und Skorpion sind fixe Zeichen. Festhalten und Kontrolle spielen für beide eine große Rolle, sowohl auf der materiellen als auch auf der emotionalen Ebene. Dabei geht es dem Stier um das Bewahren des Vertrauten und dem Schaffen von Sicherheiten, in denen etwas gedeihen und wachsen kann, während der Skorpion um die Zyklen und Schattenseiten des Lebens weiß und Energie oft darauf verwendet, diese verdeckt zu halten. Wenn der Fokus aber ausschließlich darauf liegt, einen Status quo zu erhalten, wird Weiterentwicklung verhindert.

Uranus als erneuernde Energie und als Planet der Erkenntnis kann frischen Wind in festgefahrene Strukturen bringen und gleichzeitig für Unruhe, Ungeduld und Nervosität im Innen und Außen sorgen. Insgesamt eine widersprüchliche Konstellation, die sich einerseits ergänzen, andererseits aber auch für eine gewisse Zerrissenheit stehen kann. Der Mond im Stier kann in seiner positiven Entsprechung als Ankerpunkt verstanden werden, wenn wir seine Qualitäten bewusst einsetzen. Dann sorgt er durch Ruhe, Beschaulichkeit, Geduld und seinem Bezug zur Erde für Entspannung.

 

 Vollmond 31. Oktober 15h49 MEZ in München 

 

 

Die mundanen Konstellationen sind für den Einzelnen unterschiedlich stark spürbar, je nachdem, welche Faktoren im individuellen Horoskop davon berührt werden.

 © Jutta Stemmer