Monatstrends April

 

Ein kurzer Rückblick auf die vergangenen Monate des Jahres 2020:

Bereits das gesamte Jahr 2019 stand im Zeichen des Steinbocks mit mehrmaligen Begegnungen von Saturn und Pluto mit dem absteigenden Mondknoten.

In den letzten Monaten wurden wir immer wieder mit den Themen Autorität, Verantwortung uns und anderen gegenüber, konstruktiver Umgang mit Macht und unserer eigenen Integrität sowohl im persönlichen als auch im gesellschaftlichen Umfeld konfrontiert. Die Lebensbereiche, in denen wir gefordert waren und sind, sind – je nachdem, wo die Planeten im persönlichen Horoskop zu stehen kommen – unterschiedlich.

Im Dezember 2019 setzte Jupiters Eintritt in den Steinbock diesbezüglich noch einen zusätzlichen Akzent.

Da der absteigende Mondknoten immer wieder in Kontakt mit den Gesellschaftsplaneten und Pluto ging, wurden wir auch mit Altlasten konfrontiert, die zum Teil aus unserer eigenen Biografie, aber auch aus karmischen Verbindungen herrühren. Dadurch wurden uns lange zurückliegende Ängste und Erwartungen bewusst, vor allem im Hinblick auf die oben genannten Themen.

Im Januar traf dann Jupiter auf den absteigenden Mondknoten und Saturn auf Pluto. Der Durchlauf von Sonne und Merkur hat diese Konstellation immer wieder zum Schwingen gebracht. ⇒Monatstrends Januar

Im Februar entzerrte sich diese Steinbock-Ballung und die Aufarbeitung der vorangegangenen Ereignisse, Erfahrungen und Erkenntnisse konnte begonnen werden.  

Große Schritte waren auch im Februar noch nicht angesagt, denn der rückläufige Merkur unterstützte weiterhin die Rückschau, Ursachenforschung und das Aussortieren dessen, was nicht mehr tragfähig und förderlich ist.
Er begann seine Rückläufigkeit am 17. Februar auf 12°53′ Fische und beendete sie am 10. März auf 28°12′ Wassermann. Seinen Ausgangspunkt erreichte er Ende März.

Der Monat März war zweigeteilt.
In den ersten drei Wochen überwogen die oben beschriebenen Themen, durch die vorherrschende Erdqualität und den rückläufigen Merkur. Im Laufe des Monats zeigten sich dann neue Tendenzen u. a. initiiert durch den Wechsel von Mars und Saturn in den Wassermann.
⇒Monatstrends Februar und März

Durch die Auseinandersetzung mit dem Corona-Virus können wir im Moment diese allgemeinen Themen sowohl im aktuellen Weltgeschehen wie auch in seinen Auswirkungen im persönlichen Bereich erfahren.
Auf der einen Seite erleben wir Unsicherheit, Angst und Einschränkungen. Mars (er steht u.a. für Aktivität, Handlung, Tatkraft, Immunsystem und Entzündungen) läuft seit dem 17. Februar und den gesamten März durch das Zeichen Steinbock und passiert dabei den absteigenden Mondknoten, Jupiter und Pluto, ehe er am 1. April auf Saturn im Wassermann trifft.

Wir wurden im März in unserem Handlungsspielraum stark eingeschränkt. Nicht nur durch eigene Sorgen und Zweifel sondern auch durch Vorgaben von gesellschaftlichen Instanzen. Dies wirft uns stark auf uns selbst zurück, regt aber auch Viele zum Nachdenken an.
Wo liegen unsere eigenen Richtlinien?
Wo übernehmen wir Verantwortung für uns und die Erde auf der wir leben, oder auch nicht?
Wo beugen wir uns gesellschaftlichem Druck, vielleicht sogar ohne es zu realisieren, bzw. welchen „Herren“ dienen wir?

Wie schon in den März-Trends beschrieben, werden wir uns im Jahr 2020 immer wieder mit den Steinbock- und Wassermann-Energien auseinandersetzen. Entwicklungstechnisch gesehen folgt der Wassermann dem Steinbock. Das kann übersetzt u. a. bedeuten:
Erst wenn wir bereit sind Verantwortung für uns, unser Handeln, unsere Gesellschaft und unsere Erde zu übernehmen, können wir Individualität so leben, dass sie für alle gewinnbringend ist.

Im Moment erleben wir Verzicht und Einschränkung nicht freiwillig (Wassermann) sondern angeordnet (Steinbock).
Wie wäre es, wenn wir die Steinbockqualität wieder mehr zu schätzen wüssten? Könnten wir dann aus dem Mangeldenken aussteigen und wieder die Fülle sehen, in der wir so oft leben und diese voll und ganz genießen? Wäre das nicht ein erster Schritt in Richtung Selbstbestimmtheit?

Auf den Wechsel von Mars und Saturn in den Wassermann will ich in den April-Themen weiter eingehen:

Jupiter macht am 5. April seine erste Konjunktion mit Pluto auf 24°53′ Steinbock. Mars und Saturn bewegen sich bereits durch das Zeichen Wassermann.

D.h. die im März vorherrschende Zeitqualität s.o. wird durch Mars und Jupiter vermehrt Impulse erhalten, uns mit den für unsere Gesellschaft immer wichtiger werdenden Wassermann-Qualitäten vertraut zu machen. Das ist im besten Fall ein visionärer und revolutionärer Kollektivgedanke, der die geistigen Werte einer Gesellschaft (Jupiter), z.B. in Bezug auf Ethik, Recht, Sprache, kulturelle Gewohnheiten usw. überprüft.

Hier sind Neuausrichtungen erforderlich, denn die Fortschritte des beginnenden Wassermannzeitalters wie z.B. virtuelle Vernetzung, künstliche Intelligenz und digitale Plattformen, auf die jeder Zugriff hat, bringen neue Herausforderungen mit sich und verlangen nach neuen Gesetzen und Regeln. Durch die aktuelle Situation sind wir in vielen Bereichen geradezu gezwungen, uns mit diesen Bereichen auseinanderzusetzen. Es ist spannend zu sehen, wie schnell einige dieser Möglichkeiten im Bildungswesen, in Firmen und auch im persönlichen Bereich umgesetzt und vorhandene Hemmschwellen überwunden werden konnten.

Ein weiterer Ausdruck der Wassermannenergie ist die Distanzierung. Das kann von Vorteil sein, erlaubt es uns doch, gewisse Umstände aus einer nicht persönlichen Perspektive zu betrachten. Es kann aber auch zu Vereinzelung und Vereinsamung führen. Auch hier finden sich gerade kreative Ansätze, die vermeintliche Randgruppen wieder in den Fokus der Gesellschaft rücken und Solidarität und Miteinander fördern, wie z.B. generationsübergreifende Hilfsangebote.

Diese und viele weitere Gedanken, die sich mit der Thematik auseinandersetzen, dringen mehr und mehr in unser Bewusstsein und werden uns bis zum Jahresende und wahrscheinlich darüber hinaus beschäftigen. Im Moment geht es darum auszusortieren, welche der alten Wertvorstellungen tragfähig sind, um in einer neuen Gesellschaftsform sowohl Bestand als auch Fortschritt zu garantieren.

Am 6. April findet die zweite Konjunktion von Chiron und Lilith (interpoliert) auf 6°02 im Zeichen Widder statt.
Ein gemeinsames Merkmal, das sowohl Lilith als auch Chiron haben, ist ihre Außenseiterposition. Beide sind aufgrund ihres „So-seins“ in der Gesellschaft, in der sie leben, nicht anerkannt. Lilith verlässt daraufhin freiwillig das Paradies und zieht sich mit ihrer Kraft und ihrem Wissen zurück. Chiron wird ein großer Heiler und Lehrer, kann aber die eigene Wunde nicht heilen und bittet darum, seine Unsterblichkeit aufgeben zu dürfen, was ihm von Zeus gewährt wird. Die beiden Mythen entspringen unterschiedlichen Epochen. Lilith ist eine Geschichte, die noch matriarchale Züge aufweist, Chiron ist ein patriarchaler Mythos aus der griechischen Hochzeit.

Da die Konjunktion im Widder stattfindet, stellt sich zuerst die Frage, wie wir Widder-Energie definieren? Mögliche Zuschreibungen sind beispielsweise: mutig, risikobereit, willensstark, dynamisch, lebendig, aggressiv, forsch, pionierhaft, kraftvoll, impulsiv, rücksichtslos, usw.

Das Zusammentreffen von Chiron und Lilith in Widder kann uns konfrontieren mit:
Welchen Teil der Widder-Energie haben wir geopfert – persönlich, gesellschaftlich und kulturell?
Welche Ängste kennen wir, wenn wir die Widder-Energie leben?
Wie lässt sich ein männlich-weibliches Gleichgewicht im Ausdruck der Widder-Energie herstellen?
Wie könnte unser „So-Sein“ in Bezug auf die Widder-Energie aussehen, und in welchen Bereichen würden wir diese Kraft gerne wiederbeleben?

Der Vollmond vom 08. April 2020 um 04h35 MEZ auf 18°43′ Widder-Waage greift die oben beschriebenen Themen der Chiron-Lilith-Konjunktion auf. Auch hier geht es um einen Ausgleich des männlichen und weiblichen Weges. Die Herrscherplaneten sind Mars und Venus, die im Vollmondhoroskop ein kleines Talentdreieck mit Chiron-Lilith bilden.

Und von Balance kündet auch die Widder-Waage-Achse.
Bei dieser Konstellation geht es darum, wie die Widder-Energie mit den Qualitäten des Waagezeichens (Liebes- und Beziehungsfähigkeit, Harmonie, Ausgleich, Ästhetik und Kunstsinn) in Einklang gebracht werden kann. Die Frage dazu kann lauten: Lag der Blick in der Vergangenheit auf dem Trennenden oder dem Verbindenden und wie können wir aus einem „Ich gegen die anderen“ ein „Ich und die anderen“ machen?

 

 Vollmond 08. April 2020   04h35 MEZ in München

 

Der Neumond am 23. April um 4h25 auf 3°24′ Stier steht zusammen mit Uranus und im Quadrat zu Saturn.
Hier finden wir wiederum die Auseinandersetzung von Tradition und Altbewährtem mit Fortschritt und Neubeginn. Eine Analogie zu den Zeichen Steinbock und Wassermann, die in diesem Jahr im Fokus stehen. Da die Neumond-Energie uns eher introvertiert macht und die Stier-Qualität mit Ruhe, Stille, Bedächtigkeit und Genuss in Zusammenhang gebracht wird, kann der Uranus-Einfluss durchaus als störend empfunden werden. Zeigen kann sich das durch ein vermehrtes Bedürfnis nach Rückzug gepaart mit innerer Unruhe oder störenden Einflüssen von außen. Ein Lösungsansatz, der der Stier-Qualität entspricht, wäre, sich immer wieder bewusst zu erden.

 

Neumond 23. April 2020   04h25 MEZ in München 

 

 

Die mundanen Konstellationen sind für den Einzelnen unterschiedlich stark spürbar, je nachdem, welche Faktoren im individuellen Horoskop davon berührt werden.

 © Jutta Stemmer